Review: Sara Barnard: Beautiful broken things

Hallo zusammen, heute stelle ich euch ein Jugendbuch vor, “Beautiful broken things” von Sara Barnard.

Zur Handlung: Protagonistin Caddy und Rosie sind allerbeste Freundinnen, die Art von Freundinnen, ohne die man komplett einsam ist, wenn diese aus irgendwelchen Gründen “wegfallen” würde. Deshalb ist es einigermaßen verständlich, dass Caddy ausflippt, als das neue Mädchen, Suzanne, sich mit Rosie anfreundet. Suzanne scheint alles zu haben: Sie wohnt bei ihrer jungen Tante, hat das Aussehen und das Selbstbewusstsein, die Jungs in der Schule um den Finger zu wickeln und hat immer einen gewisen Hauch Teenager-Rebellion um sich. Zu Anfang hat Caddy Angst, Rosie zu verlieren und fühlt sich als drittes Rad, wenn die beiden alleine losziehen und “coole” Sachen unternehmen, auf die Caddy meist keine Lust hat, Partys etc.

Doch nach und nach lernt Caddy Suzanne besser kennen und die beiden werden ebenfalls beste Freunde. Caddy erfährt dadurch einiges aus Suzannes Vergangenheit und versteht langsam, dass Suzannes Art viel Fassade birgt, da sie aus einem zerrütteten Zuhause kommt und mit ihren ganz eigenen Dämonen zu kämpfen hat.

Letztlich geht es in diesem Buch um Freundschaft, dem Umgang mit depressiven Menschen und die Einsicht, dass der beste Weg auf keinen Fall immer der leichteste ist. Viel mehr möchte ich von der Handlung nicht vorwegnehmen.

Nun zu meiner Meinung. Das Thema Mädchenfreundschaft ist natürlich sehr alltagsnah und nachvollziehbar, leider empfand ich keine der Charaktere als authentisch. Die Charaktere, vor allem die Mädchen Caddy, Rosie und Suzanne, machen Entwicklungen durch, die ich teilweise für unplausibel hielt. Zu Anfang des Buches ist Caddy ein normales 16-jähriges Mädchen, dass sehr behütet aufwächst, auf eine Privatschule für Mädchen geht und sich grundsätzlich an alle Regeln hält. Durch Suzanne dreht sie sich allerdings in relativ kurzer Zeit um 180° und schwänzt plötzlich Schule, treibt sich nachts mit Suzanne rum, geht auf Partys, trinkt Alkohol usw. Das nehme ich ihr schlichtweg nicht ab. Für meinen Geschmack ziehen sich die 320 Seiten zum Teil ganz schön lang hin, allerdings gibt es Pluspunkte für das Einbringen von Textnachrichten im Jugendjargon, den ich wieder tatsächlich realistisch empfand. Da kann ich jetzt allerdings nur für die englische Originalversion sprechen, im Deutschen mag das holpriger klingen.

Ein riesiges Minus war für mich Folgendes: Suzanne wird als “leichtes Mädchen” dargestellt, d.h. sie hatte schon Sex in ihrem Alter und hat sich mit einem Jungen eingelassen, der ihr auf einer Party deswegen üble Sprüche drückt und später sogar ihren Alkoholpegel ausnutzen will, um noch einmal mit ihr zu schlafen. Die Vergewaltigung wird nur verhindert, weil Caddy eingreift und mit Suzanne abhaut. Ähnliches passiert Caddy allerdings selbst auf einer anderen Party. Im Unterton der Geschichte schwingt ein wenig mit, dass Suzanne selbst Schuld ist, dass ihr die Jungs nachstellen, weil sie ja praktisch “darum bettelt”. Die Täter werden nicht verantwortlich gemacht. Ich verstehe, dass das traurige Realität ist, und es wäre ein Märchenende, wenn der Junge irgendeine Form von Karma-Strafe erhalten würde, aber ich finde wirklich nicht, dass junge Mädchen (10 -14 Jahre) das ungefiltert lesen sollten. Ich könnte da jetzt noch ewig drüber schreiben, ich überlasse es aber jedem selbst, sich seine Meinung über dieses Thema zu bilden.

Ich vergebe alles in allem zwei Tässchen für ein Jugendbuch über Mädchenfreundschaften mit gewissen thematischen Schwächen.

2of5

Habt ihr das Buch gelesen? Was haltet ihr von Caddy und ihrer Freundschaft zu Suzanne? Hinterlasst gerne Kommentare 🙂

 

Eure Katy

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