Review: David Ebershoff: The danish girl/ das dänische Mädchen

Heute gibt es mal wieder eine Review, liebe Leute! Grad heute morgen habe ich “The danish girl” von David Ebershoff zuende gelesen. Ich glaube, das ist tatsächlich das einzige “Movie-tie-in-Buch”, das ich besitze, ich habe irgendwie eine üble Aversion gegen Neuauflagen mit Filmcovern und – oh graus – Filmszenen in der Mitte des Buchs. Die Filmszenen sind mir erspart geblieben und durch Eddie Redmayne kann mich das Cover auch nicht wirklich abschrecken 😉 Ein weiteres dunkles Geheimnis: Das Buch liegt seit ca. einem Jahr auf meinem SuB und die finale Motivation es zu lesen kam in den Weihnachtsferien, als ich “Die Entdeckung der Unendlichkeit” geguckt habe und erkannt habe, dass Eddie Redmayne einfach der allerbeste ist. Aber das wusste ich schon vor vielen Jahren, als er in “Die Schwester der Königin” mitgespielt hatte. Ich schweife ab…

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Zum Buch (endlich): Das Buch basiert auf der realen Vorlage des Einar Wegener, der 1931 der erste Mann war, der sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hatte. Der reale Einar hat recht detailliert Tagebuch geführt und seinen inneren Kampf zwischen Einar und Lily, wie er und seine Frau seine weibliche Persönlichkeit nennen, geschildert.

Einar und Greta, eine starke amerikanische Frau, sind beide Künstler. Greta lernt den schüchternen und schmalen Einar auf einer Kunsthochschule in Dänemark kennen, er ist ihr Lehrer. Die Geburtsstunde von Lily ist der Tag, an dem Greta ihren Mann bittet, Damenstrümpfe anzuziehen, damit sie an ihrem neuesten Portrait arbeiten kann, weil ihr Modell keine Zeit zum Modell stehen hatte. Aus Strümpfen wird ein Kleid, aus Einar im Kleid wird Lily, aus Lily wird schnell die Cousine Einars, die der Gesellschaft von Kopenhagen vorgestellt wird.

Das Buch schlägt leisere Töne an. Ich hatte Schwierigkeiten, komplett in die Geschichte einzutauchen, obwohl Ebershoff sehr detailliert beschreibt. Das Malen, die Landschaften, die Einar zur Leinwand bringt, die jeweiligen Heimatorte der beiden, die mit so vielen Emotionen verknüpft sind. Lilys Kleider und jede Kontur ihres Gesichts wird minuziös beschrieben. Es geht in dem Buch nicht um die Art und Weise, wie die Operation in Dresden letztlich durchgeführt wird, selbst die Vorurteile, denen sich ein Mann, der sich in seinem eigenen Körper gefangen fühlt, stellen muss werden nur sehr indirekt geschildert. Es geht um die Veränderung in der Beziehung zwischen Einar und Greta, um die Erkenntnis, dass Lily eine gänzlich andere Persönlichkeit besitzt als Einar und Einar schließlich weichen muss, um Platz für Lilys Leben zu machen.

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Greta liebt ihren Mann Einar und dessen alter Ego Lily von ganzem Herzen. Von Anfang an bremst sie Einar nicht aus, nicht in dem Moment, als sie das erste Mal nach Hause kommt und Einar unaufgefordert in Frauenkleidern auf der Couch sitzt, nicht wenn sie via Zettelchen kommunizieren muss, weil Lily und Einar gänzlich unterschiedliche Menschen sind, und sich jeweils nicht erinnern können, was Greta zu dem jeweils anderen gesagt hat und erst recht nicht, als verschiedene Ärzte, denen sich Greta aus Verzweiflung anvertraut hat, ihr raten, dass Einar gegen Homosexualität behandelt werden muss. Sie verlässt fluchtartig mit Einar das Land und lebt mit ihm in Paris, aus Angst einer der Ärzte könnte Einar einsperren, weil er eine Gefahr darstellen würde. Bis zuletzt fällt es ihr schwer, Einar und Lily loszulassen, Lily ihr eigenes Leben leben zu lassen und die Tatsache zu akzeptieren, dass ihre Ehe unwiederruflich vorbei ist.

Eventuell ist genau das mein Problem in der Geschichte gewesen: Greta liebt ihren Mann und Lily bedingungslos. Es gibt wenn überhaupt nur zwei oder drei Momente in denen sie ein mini-bisschen angenervt von der Gesamtsituation ist, obwohl ihre Ehe, brutal ausgedrückt, den absoluten Bach runter geht. Sie hat keinen Sex mehr, sie muss auf Lily aufpassen wie auf eine Teenager-Tochter und trägt die ganze Zeit die Belastung des Geheimnisses mit sich herum. Einar selbst, bzw. Lily, kommt nur einmal mit Ablehnung in Berührung, als eine Bordellbesitzerin ihn rausschmeißt, weil er Sex mit einem fremden Mann haben wollte. Der kleine Kreis von Freunden, den Greta und Einar umgibt, fasst die Tatsache, dass Einar lieber eine Frau wäre, auch viel zu gut auf. Es gibt keine Irritation. Ich bin mir sicher, dass es in meinem Freundeskreis durchaus Irritationen geben würde, wenn ich plötzlich berichten würde, dass der Cousin, der mir so ähnlich sieht, die ganze Zeit ich in Männerverkleidung gewesen bin.

Die Geschichte ist eigentlich wirklich interessant, vor allem, weil es eben bis auf einige Details die wahre Geschichte des Einar Wegeners ist, der sich zu Lily Elbe umoperieren lässt. Ich bin allerdings so gar nicht in die Geschichte reingekommen und habe 3 Wochen für 310 Seiten Buch gebraucht, daher kann ich nicht unbedingt sagen, dass mich das Buch komplett gefesselt hat. Es gibt von mir 2 Tässchen für eine wirklich schöne Geschichte einer Ehe, bei der mir aber einfach der Schreibstil nicht zugesagt hatte und mir einige Dinge nicht realistisch genug waren, dafür dass das Buch den Anspruch einer wahren Geschichte hat. Für Buchclubs eventuell sehr lohnend.

2of5

Hat von euch schon jemand das Buch gelesen oder den Film geguckt? Hinterlasst mir eure Meinungen!

Eure Katy

Eddie_confused.gif

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