Review: Jennifer L. Armentrout: The Lux Novels

Also, wie ich schon erwähnt habe, habe ich trotz meiner sehr unregelmäßigen Posts im vergangenen Herbst/ Winter doch einiges gelesen. Ich muss jetzt einmal meine Meinung zu der viel gelobten Jugendbuchreihe von Jennifer L. Armentrout loswerden.

Eine Rezi fällt mir in diesem Fall nicht leicht, weil ich die Bücher sehr unterschiedlich in ihrer “Qualität” befunden habe.

Die deutsche Version mit dem wunderschönen Cover aus dem Hause Carlsen

Zur Klarstellung: Ich habe lediglich die englischen Hauptbücher gelesen, d.h. nicht z.B. die Neuauflage des ersten Bandes aus der Sicht von Daemon. Die Reihenfolge der Bücher lautet:

Obsidian

Onyx

Opal

Origin

Opposition

Den ersten Teil der Reihe habe ich mir von einer Freundin für meinen Urlaub ausgeliehen, nachdem ich das schicke Cover der deutschen Edition in der Buchhandlung gesehen habe. Sie selbst konnte mir die Reihe auch wärmstens empfehlen. Im Urlaub habe ich Obsidian regelrecht verschlungen, ich habe mich die ganze Woche darauf gefreut, die anderen Teile zu lesen, sobald ich wieder da bin.

Die Handlung erinnert bei einigen Elementen der Story etwas eine gewisse Fantasygeschichte mit Vampiren, jedoch finde ich die Parallelen nicht “abgekupfert”.

Das aktuelle Cover der englischen Edition

Die Protagonistin, Katy (yay!), zieht mit ihrer Mutter in ein kleines Nest, um nach dem Tod ihres Vaters einen Neuanfang zu wagen. Direkt am ersten Tag macht sie Bekanntschaft mit dem arroganten Superarsch von nebenan, der natürlich zu allem Überfluss unverschämt gut aussieht. Katy ist ihres Zeichens eher ein zurückhaltendes, “durchschnittliches” Mädchen, die übrigens gern über Bücher bloggt 😉 An der Stelle sind eben die Parallelen: Normales Mädchen und übernatürlich gutaussehender Typ, die einen schlechten Start haben. Daemon, der Nachbar, macht klar, dass er ein Problem damit hat, dass Katy sich mit seiner Schwester Dee anfreundet. Was die Autorin dann aus der Story macht, ist etwas ganz eigenes und meiner Meinung nach auch noch nicht so abgedroschen wie Vampirromanzen 😉

Spoiler-Alert für alle, die wirklich noch nichts von der Reihe gehört haben: Daemon und Dee gehören einer Alien-Rasse an, die in ihrer ursprünglichen Form übernatürlich stark und schnell sind und aus reinem Licht zu bestehen scheinen.

Bis dahin war das Buch spitze. Ehrlich. Band zwei fand ich auch noch sehr gelungen, es wurde ohne Umschweife der Cliffhanger von Teil  1 weiter gesponnen. Die Geschichte lebt ein Stückweit davon, dass Daemon und Katy sich fortwährend Wortgefechte geben und eben nicht das schnulzige Pärchen sind.

Das ändert sich leider ab Teil 3. Daemon und Katy werden ein Paar und erfüllen alle Klischees. Sie streiten sich immer noch zwischendurch, weil Daemon einfach sehr arrogant und beschützend ist, was Katy nicht immer ab kann (zu Recht).

In diesem Band spielt die Autorin damit, dass Daemon und seine Angebetete immer wieder kurz davor sind, miteinander zu schlafen, dann aber durch irgendwen oder irgendwas unterbrochen werden. Bis dahin war das noch witzig.

Teil 4 und 5 kann ich dann wirklich nicht mehr nachvollziehen. Vor allem im letzten Teil sind die beiden – sorry für die Ausdrucksweise – am Pimpern wie die Karnickel. Im Ernst: die Welt geht unter, es wird alles zunehmend dystopisch, es sterben unendlich viele Leute und die beiden haben *ständig* Sex.

Mal abgesehen davon, dass darunter die Glaubwürdigkeit dieser ach so tollen Romanze leidet, rücken dadurch auch interessante Nebenfiguren in den Hintergrund.

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, ich gehöre mit 23 einfach nicht mehr zur Zielgruppe, allerdings wird dieses Buch als Jugendbuch gehandelt und ich persönlich finde das Ausmaß an Sex echt daneben. Es sollte von Außen wirklich ersichtlich sein, und gerade beim deutschen Cover ist es das einfach nicht.

Ich habe an der Stelle leider noch mehr zu Meckern: Ab dem 4. Teil wird die Story abwechselnd aus Katys und Daemons Sicht erzählt. Diesen Kunstgriff fanden offenbar viele Leser absolut atemberaubend, für mich war es ehrlich gesagt nur nervig. Ja, man merkt dadurch, dass Katy und Daemon zwei unterschiedliche Charaktere mit verschiedenen Eigenschaften sind. Leider beschränken sich Daemons Gedanken auf sehr saloppe Jugendsprache, viel Gefluche, Gedanken darüber, was er mit seiner Freundin anstellen wird, sobald die beiden allein sind (auch wenn gleich ein Kampf ansteht) und wie toll er selbst ist. Daemon ist einfach flach. Die Autorin versucht, möglichst authentisch männliche Gedanken rüber zu bringen und leider kann ich da nur den Kopf schütteln. Niemand denkt nur an Sex, ist so überheblich und arrogant und hat dann auch noch den ultimativen Eifersuchts-/Beschützerinstinkt und ist dann auch noch der Gute in der Geschichte.

Kurzum: Zum Schluss hin habe ich nur weiter gelesen, weil ich die Auflösung des Ganzen wissen wollte.

Die Reihe geht so vielversprechend los mit einer Jugendromanze mit paranormalen Einflüssen und kippt dann ab Band 3 in einen dystopischen Softporno. Nein danke.

1of5

Es mag jeder seine Meinung zu der Reihe haben, für mich war sie definitiv der Flop 2016. Am meisten ärgert mich wie gesagt, dass die ersten beiden Bände so vielversprechend angefangen haben.

Disgust.gif

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